Du vergisst dauernd auf mich
Ich kann mich auf meinen Partner nicht verlassen. Er/Sie vergisst ständig unsere Abmachungen.

"Du wolltest mir doch die Sendung im Fernsehen aufnehmen! Du wolltest mir doch das Auto rechtzeitig zurück bringen! Du wolltest mir doch Bescheid geben, wenn du angekommen bist! Du wolltest dich doch um den Abfall kümmern und die Mülltonne rechtzeitig hinaus stellen! Du wolltest doch das Auto noch auftanken! Du wolltest Dich doch um die Geschenke für die Eltern kümmern! Du wolltest doch zum Elternsprechtag gehen! Du wolltest doch die Reise buchen! Du wolltest doch noch etwas zu essen besorgen! Du wolltest doch die Glühbirne noch auswechseln! Du wolltest doch das Geschirr noch wegräumen! Du wolltest dich doch um die Kinder kümmern!" usw. Lauter Zusagen, die nicht eingehalten wurden und der andere Partner fragt nun nach, meist mit den Worten "Du wolltest doch… oder "Hast Du das eigentlich gemacht?!" Die Antwort die darauf folgt lautet dann: "Tut mir leid, das habe ich völlig vergessen."

Das Vergessenspiel (Ja, aber in Wirklichkeit Nein)

Das Vergessenspiel (Ja, aber in Wirklichkeit Nein) gestaltet sich nun nach folgendem Drehbuch: Weil der Vergesser immer wieder etwas vergisst, beginnt sich der Vergessene darüber sehr zu ärgern. Der Ärger des Vergessenen begründet sich aus der Tatsache, dass der Vergesser einfach nichts dazu lernt. Er vergisst immer wieder etwas. Der Vergessene leitet daraus ab, dass er dem Vergesser anscheinend nicht wichtig genug ist, hier kommt das Motto zum tragen: "Wenn du mich lieben und respektieren würdest, dann würdest du auch an mich denken und nicht ständig alles mögliche vergessen!" Auf diesen Vorwurf reagiert der Vergesser aber nun verärgert, weil er sagt, dass das nicht stimmt. Er vergisst nämlich nicht nur Dinge für seinen Partner, sondern auch viele andere Sachen und im Übrigen macht er das doch nicht absichtlich.

Wer ist Schuld am Vergessen?

Wahrscheinlich, so glaubt der Vergessene zu wissen, lehnt der Vergesser den Vergessenen innerlich irgendwie ab und das manifestiert sich eben im Vergessen. Vielleicht versucht sich

der Vergesser nun zusammen zu nehmen und sein Vergessen zu bekämpfen, aber das gelingt ihm natürlich nicht lückenlos und beim kleinsten erneuten Vergessen, erhält er vom Vergessenen wieder den Vorwurf der mangelnden Liebe und Respekt. Der Vergesser ärgert sich nun doppelt, da er sich ohnehin schon verbessert hatte, aber immer noch in die Rolle des Fieslings gedrängt wird. Aus diesem Grund lassen nun seine Bemühungen wieder nach. Der eine ist der fiese lieblose Vergesser und der Andere ist der ewige Nörgler der ständig seinen Partner überwachen muss, weil auf diesen einfach kein Verlass ist. Eine Partnerschaft kann über viele Jahre in einem solchen Kreislauf festsitzen. Auf diese Art kann sämtliche Gemeinsamkeit vernichtet werden, weil mit der Zeit keiner mehr Willens ist, etwas auszumachen. Der eine hat Angst, dass er wieder etwas vergisst und dann in Schwierigkeiten gerät und der Andere ist es leid, ständig hinter seinem Partner her sein zu müssen, weil er sich auf nichts verlassen kann.

Wenn das Vergessenspiel bei der Beziehungsmediation zum Vorschein kommt, dann stellt sich der Vergessene meist auf den Standpunkt, dass das eindeutig ein Problem des Vergessers sei. Der Vergessene behauptet dann, dass der Vergesser das Spiel abstellen muss und nicht der Vergessene. Wie wir aber gerade gesehen haben, hält der Vergessene das Spiel am Leben, solange er dem Vergesser gemeine Motive oder einen psychologischen Hintergrund unterstellt und glaubt sich deswegen zu Recht aufregen zu dürfen. Irgendwelche Vorwürfe in Richtung: "Das hast Du absichtlich gemacht!" oder "Das hat sicher einen psychologischen Hintergrund!" führen nur in die Sackgasse einer Diskussion, wer nun Recht hat, oder im Recht ist und wer Schuld ist. Dies ist eine Diskussion, die Sie nicht zu führen brauchen, da sie außer Ärger und damit ein negatives Bild vom jeweils Anderen nichts produziert.

Beziehungsmediation: Treffen eine oder mehrer der folgenden Aussagen auf Sie zu?

Philosophie

Sich Ziele zu setzen ist eine gute Sache. Um das Ziel zu erreichen, ist es wichtig den passenden Weg zu wählen, denn wer den Weg nicht genießen kann, verliert immer.
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Kommunikationstest

Finden Sie heraus, welche schlechten Techniken Sie in Ihrer Kommunikation anwenden.
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Kommunikationstyp

Finden Sie heraus, welcher Kommunikationstyp Sie sind. Vergleichen Sie mit Ihrem Partner.
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Literatur

Lesen Sie, wie Sie gute von schlechten Streiten unterscheiden und wie Sie dies nutzen können, um ihre Beziehung unendlich zu verbessern.
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Kontakt

Mag. Hermann Oberdanner
Eingetragener Mediator
Raum für Entwicklung
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Tel. +43 699 12172117
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