Mein Partner redet nicht mit mir. Ich weiß bei Ihr/Ihm nicht woran ich bin.

"Er sagt einfach nichts, ich weiß nicht was in ihm vorgeht. Er erzählt mir nichts. Ich weiß nicht was er gemacht hat oder denkt. Ich erzähle ihm alles, ich bin einfach ein kommunikativer Typ. Aber er, wenn er nach Hause kommt, dann erfahre ich nichts. Das ist so typisch Mann, er ist einfach nicht in der Lage sich mitzuteilen, ich bin da ganz anders!"

Er ist so verschlossen, so unkommunikativ!

Der Mann kommt von der Arbeit nach Hause. Er begrüßt seine Partnerin mit ein paar kurzen Worten und zieht sich in sein Arbeitszimmer zurück. Nach einer Weile stürmt sie ins Arbeitszimmer und schimpft los: "Kannst du denn nicht einmal mit mir reden, wenn du nach Hause kommst. Jedes mal stürmst du an mir vorbei, wie kann man nur so unkommunikativ sein? Jedes Mal das Gleiche, das Zusammenleben mit dir ist einfach endtäuschend, nichts kann man mit dir besprechen! Das habe ich dir schon hunderte Male gesagt, kannst du dich nicht einmal ändern?"
Was nun folgt ist ein Streit, bei dem er sich verteidigt und behauptet, dass es nicht so ist, dass man mit Ihm sehr wohl etwas besprechen kann. Dies hat er auch schon des öfteren bewiesen, so behauptet er. Sie hält dagegen und zählt Fälle auf, bei denen er nach Hause kam und sie mit ihm nicht sprechen konnte. Dieser und ähnliche Streite wiederholen sich immer wieder. Beide leiden sehr darunter aber wie immer sie die Sache auch angehen, es wird immer wieder zum Problem.

Die Lösung bei der Beziehungsmediation

Bei der Mediation wird ein konkreter Vorfall durchbesprochen und die beiden erkennen, dass es sich bei dem Streit wer nun kommunikativer ist und wer nicht, um einen Streit handelt, den sie nicht mehr zu führen brauchen. Viel vorteilhafter ist es möglichst beim Thema zu bleiben und zu erkennen was jeder momentan braucht, was das momentane Bedürfnis ist. Beide erinnern sich dann an den letzen Streit, den sie wegen der Verschlossenheit des Partners hatten. Sie versetzen sich zurück, aber anstatt sich gegenseitig Vorwürfe zu machen, konzentrieren sie sich auf ihr Bedürfnisse. Die Partnerin überlegt, was sie momentan braucht und nicht bekommt. Sie macht sich bewusst, dass sie heute einen besonders schönen Tag hatte, weil sie eine alte Schulfreundin mit der sie schon lange wieder Kontakt aufnehmen wollte, zufällig getroffen hat.

Dieses erfreuliche Ereignis möchte Sie gerne mit Ihrem Partner teilen. Das ist es, was ihr momentan wichtig ist und nicht eine Diskussion darüber, ob ihr Partner kommunikativ ist oder nicht und ob das unkommunikative möglicherweise eine typisch männliche Eigenschaft ist, oder ähnliches. Daher sagt sie nun zu ihrem Partner: "Ich habe heute zufällig meine alte Schulfreundin getroffen und würde dir gerne davon erzählen, was hältst zu davon? Er: "Gerne, gib mir nur eine halbe Stunde Zeit, ich hatte heute sehr viel um die Ohren und brauche eine kurze Auszeit." Sie: "Geht OK, reden wir in einer halben Stunde." Weil sich die Partnerin bewusst gemacht hat, dass jeglicher Streit über kommunikativ/nicht kommunikativ ein Streit über ein Urteil ist, das nie Sinn macht und zu keinem brauchbaren Ergebnis führt, konnte sie die Diskussion sofort in die Richtung ihres momentanen Bedürfnisses lenken. Auf diese Art bekam sie ganz leicht, was ihr wichtig ist, ohne Ärger auf irgendeiner Seite auszulösen. Natürlich möchte ich bei diesem Beispiel auch darauf hinweisen, dass nicht nur die Partnerin das Gespräch in die Richtung des momentanen Bedürfnisses lenken kann, sondern auch der Partner. Wenn er nämlich die Vorwürfe seiner Partnerin hört, dann wäre es auch für Ihn vorteilhaft, wenn er erkennt, dass die Diskussion über kommunikativ/unkommunikativ, aus schon erwähnten Gründen, keinen Sinn macht. Daher würde es für ihn keinen Vorteil bringen, wenn er sich verteidigt, sondern ihm ist klar, dass er auf die Vorwürfe nur dann sinnvoll reagieren kann, wenn er herausfindet, was seine Partnerin momentan braucht und nicht bekommt.
Lesen Sie weiter was man bei einem vergesslichen Partner tun kann.

Beziehungsmediation: Treffen eine oder mehrer der folgenden Aussagen auf Sie zu?

Philosophie

Sich Ziele zu setzen ist eine gute Sache. Um das Ziel zu erreichen, ist es wichtig den passenden Weg zu wählen, denn wer den Weg nicht genießen kann, verliert immer.
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Kommunikationstyp

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Literatur

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Kontakt

Mag. Hermann Oberdanner
Eingetragener Mediator
Raum für Entwicklung
Mayrwiesstr. 2
5300 Hallwang-Mayrwies
Tel. +43 699 12172117
oberdanner(at)walktalk.at
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