Mein Partner / meine Partnerin ärgert sich über meine Eltern / Geschwister / Verwandte / Freunde..

Streit wegen der Familie, Verwandten, Freunden oder sonstigen Dritten ist eine weit verbreitete Thematik in Beziehungen. Man kann in diesem Zusammenhang von Drittstreiterproblematik sprechen. Einer der Partner kritisiert die Eltern, oder die Geschwister oder sonstige Verwandte oder Freunde des Partners. Wenn der Andere darauf einsteigt und seine Eltern, Geschwister, Verwandte oder Freunde verteidigt, dann können daraus große Streite resultieren. Die Schwierigkeit dabei ist, dass dann das eigentliche Problem nicht gelöst wird. Außerdem gerät man dabei leicht auf die falsche Fährte. Die Paare erkennen dann oft nicht, dass es sich um ein Problem zwischen ihnen handelt und nicht ein Problem, das der jeweilige Partner mit der Familie oder Bekannten des Anderen hat.

Rudis Mutter

Immer wenn sich Rudis Mutter ankündigte, kam es zwischen ihm und seiner Partnerin Lisa zum Streit. Lisa ärgerte sich sehr über ihre Schwiegermutter. Sie sagte Rudi, dass sie es hasst, wenn seine Mutter zu Besuch kommt, weil sie wieder an allem herumkritisieren wird. Die Schwiegermutter wird wieder an Lisas Kochkünsten herumkritisieren. Sie wird anmerken, dass sie die Kinder nicht richtig erzieht, auch wird es im Haus nicht sauber genug sein. Sie wird wieder mit allen Mitteln andeuten, dass ihr Sohn viel zu gut ist, für sie. Rudi versucht dann immer zu beschwichtigen. Er erklärt Lisa, dass seine Mutter eben schon lange allein lebt und daher etwas eigen ist. Im Grunde wäre sie aber eine liebenswerte Frau und Lisa solle sich nicht so aufregen. Diese Haltung von Rudi ärgerte Lisa erst recht und sie begann Rudi als Muttersöhnchen zu beschimpfen, der sozusagen in Gegenwart seiner Mutter zum Waschlappen wird. Rudi ließ sich einen solchen Vorwurf natürlich nicht gefallen und konterte, dass sich Lisa doch nur so aufregen würde, weil seine Mutter in manchen Punkten wohl auch Recht hat.

Diese Aussage hätte Lisa beinahe dazu gebracht, dass sie sich von Rudi trennte, obwohl sie ihn sehr liebte. Sie fühlte sich aber von ihm völlig verraten und im Stich gelassen. Als ihr Partner sollte er doch auf ihrer Seite sein und nicht auf der Seite seiner Mutter. Dies brachte die Beiden zur Beziehungsmediation.


Lösung bei Beziehungsmediation

Als die Beiden das Problem bei der Mediation besprochen haben, kamen sie eigentlich schnell vom Thema Mutter weg. Besonders die Aussage von Rudi, dass seine Mutter in einigen Punkten Recht haben könnte, wurde genauer beleuchtet. Es kam heraus, dass Rudi sehr gebildet ist. Als Universitätsprofessor hatte er wirklich etwas Standesdünkel.

Lisa hatte nicht einmal die Matura gemacht und daher kam sich Rudi seiner Frau als geistig überlegen vor. Dies ließ er sie auch manchmal spüren, wenn auch nicht bewusst. Lisa ärgerte das sehr und sie versuchte immer wieder zu beweisen, dass auch sie klug ist. Aber egal was sie machte, Rudi erkannte es nicht wirklich an. Für Rudis Mutter war die Sache klar. Ihr Sohn hatte weit unter seinen Möglichkeiten geheiratet und mit ihrer ganzen Kritik an Lisa zeigte sie, dass sie auf sie herabblickte. Als Rudi dann immer seine Mutter verteidigte, oder ihr sogar manchmal zustimmte, war das für Lisa ein wahrer Schlag ins Gesicht. Als Rudi dies bei der Mediation klar wurde, entschuldigte er sich sofort bei Lisa. Ihm wurde auch klar, dass er seine höhere Bildung nicht mehr hervorkehren durfte, sonst würde er Lisa verlieren. Sie zu verlieren wollte er aber nicht, weil er sie auch sehr liebt.
Daher vereinbarten Lisa und Rudi, dass er ihr in Zukunft zeigen wird, dass er ihre Meinung sehr schätzt. Seine eigene Überlegenheit brauchte er nicht mehr hervorzukehren, da im seine Stellung als Professor sowieso den faktischen Vorteil gab. Er brauchte von nun an seine Stellung gegenüber Lisa nicht mehr hervorzukehren.
Wegen der Mutter vereinbarten sie, dass Rudi von nun an seiner Lisa zu Seite steht und er seine Mutter nicht mehr verteidigt. Er erkannte, dass seine Mutter für sich selbst sprechen kann. Rudi versprach auch, dass er von nun an Lisa gegenüber seiner Mutter verteidigen würde. Als er dies in die Tat umsetzte, verbesserte sich die Beziehung zwischen Rudi und Lisa schlagartig. Die Mutter hörte auf zu sticheln, da sie erkannte, dass sie ihren Sohn nicht mehr auf ihrer Seite hatte.

Beziehungsmediation: Treffen eine oder mehrer der folgenden Aussagen auf Sie zu?

Philosophie

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Kontakt

Mag. Hermann Oberdanner
Eingetragener Mediator
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